Helene Lange

(1848 – 1930) – ein Porträt in Fragen

Pädagogin, Demokratin, Frauenrechtlerin

Helene Lange – Namenspatronin unseres Gymnasiums. Namensgeberin vieler deutscher Schulen. Nur ein Name, der zufällig verliehen worden ist oder steckt mehr dahinter: Eine besondere Biographie, eine Lebenssicht, eine Haltung zu gesellschaftlichen und politischen Themen, die auch Programm sein könnten für eine Schule?

Nur ein Name oder vielmehr eine Idee von Bildung, die als Identifikationsmoment greift und als Richtschnur für heutige Ziele gelten kann?

Bildung soll zur Selbstständigkeit führen – nicht zum Auswendiglernen.

  • Helene Lange einem kleinbürgerlichen Milieu entstammt, in dem Frauen vor allem die Haus- und Handarbeit zugedacht war – und sie sehr schnell aus dieser Welt flüchten wollte?
  • sie schon als junges Mädchen sehr wissenshungrig war, viel und gern gelesen hat, mit Vorliebe auch in einem Apfelbaum?
  • ihr Traum, Lehrerin zu werden, von ihrem Vormund verhindert wurde und sie  bis zur Volljährigkeit zunächst als Au pair und Privaterzieherin bei einer wohlhabenden Familie arbeitete?
  • Helene Lange  Grundzüge von Philosophie, Religions- und Literaturgeschichte im Selbststudium erarbeitet hat, bevor sie ihr offizielles Lehrerinnenexamen ablegte?
  • ihre Schülerinnen sie sehr schätzten wegen ihres großen Horizonts, ihrer Klarheit und Ernsthaftigkeit?
  • sie sich gefordert sah durch die mangelnde Lehrerinnenausbildung und die lückenhaften Bildungsinhalte für Mädchen, die nur ein wenig kulturelles Wissen erwerben sollten, um mit Männer ein wenig plaudern zu können?
  • Helene Lange der Meinung war, dass vor allem Lehrerinnen Mädchen verstehen und deshalb eine wichtige Rolle bei der Erziehung und Ausbildung einnehmen sollen?
  • sie sehr klare Forderungen für die Verbesserung der Lehrerinnen-Ausbildung gestellt hat, die ihre männlichen Kollegen in einem Proteststurm empört abgelehnt haben, die aber der Auftakt war für eine grundlegende Reform des Mädchenschulwesens – einem Meilenstein in der Schulgeschichte?
  • sie sich wichtige Impulse für die Emanzipation bürgerlicher Frauen auf einer Reise in England geholt hat?
  • auf die Initiative Helene Langes hin die ersten Frauen in Deutschland um 1900 ihr Abitur machen konnten, mehrere Mädchenschulen gegründet und auch die Zulassung zu einem offiziellen Hochschulstudium für Frauen ermöglicht wurde?
  • der von ihr gegründete Allgemeine Deutsche Lehrerinnenverein mit einem Anstieg eine beispielhafte Erfolgskarriere vorzuweisen hat: von 85 Mitgliedern zu Beginn auf über 40.000 in wenigen Jahren?
  • sie auch politisch aktiv war, viele Kampfschriften verfasste, Zeitschriften gründete und auf vielen Veranstaltungen als Rednerin gefragt war?
  • die Deutsche Demokratische Partei Helene Lange zu ihrer Ehrenvorsitzenden ernannt hat?
  • noch zu ihren Lebzeiten die ersten Schulen ihren Namen erhalten haben?
  • unsere Schule erst 1965 nach ihr benannt wurde, als Gymnasien sich einen Namen geben mussten?

Einige Lebenssituationen
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